Skerallinsen

Mit diesem Linsentyp hat vor über 125 Jahren die Entwicklung der Kontaktlinse angefangen. Es handelt sich dabei um eine formstabile Linse. Der Unterschied zur klassischen Corneallinse (nur auf der Hornhaut schwimmenden Linse) ist hier die Auflagefläche auf der Sklera. Eigentlich liegt die Linse auf der transparenten Bindehaut, die auf der weißen Sklera liegt. Es kommen Linsendurchmesser von ca. 15-24mm zum Einsatz.

Da die Hornhaut bei diesem Linsentyp vollständig überbrückt wird, bietet sich diese Vorgehensweise bei sehr unregelmäßigen Hornhäuten (z.B. nach Verletzungen) an. Durch die geringe Beweglichkeit der Linse wird sie von den Trägern spontan als sehr komfortabel empfunden. Unter der Linse findet aber so gut wie kein Tränenfilmaustausch statt, die Hornhaut ist von äußeren Einflüssen vollständig isoliert.

Vor 125 Jahren wurden die Linsen noch in Handarbeit aus Glas gefertigt, heute wird hochsauerstoffdurchlässiges Material verwendet und die Fertigung erfolgt auf computergesteuerten Maschinen.

Auch wenn Sklerallinsen derzeit wieder vermehrt angepasst werden, sollte vorab genau geklärt werden, ob mit einer klassischen Corneallinse alle Möglichkeiten ausgeschöpft worden sind. Unkenntnis bei der Anpassung und der spontan gute Tragekomfort mit einer Sklerallinse verleiten dazu, dieses System als Problemlöser für alle komplizierten Sehfehler anzusehen.

Uns ist es wichtig das gesamte Spektrum der Linsentypen zu kennen, sie individuell zu beraten und optimal Ihren Sehfehler zu korrigieren.